Mitarbeiterbenefits – darauf sollten Sie beim Jobwechsel achten

Ein attraktives Gehalt, interessante Entwicklungsmöglichkeiten und maximale Arbeitsplatzsicherheit – für die meisten Menschen sind diese drei Aspekte die wichtigsten Kriterien bei der Entscheidung für oder gegen einen neuen Arbeitgeber. Allerdings lohnt es sich, auch auf zusätzliche Arbeitgeberleistungen, die sogenannten Mitarbeiterbenefits, zu achten. Welche Mitarbeiterbenefits es gibt und welche Vor- und Nachteile Sie als Arbeitnehmer davon haben, erfahren Sie hier.

 

Mitarbeiterbenefits – so machen Unternehmen Fachkräfte auf sich aufmerksam

Der Fachkräftemangel in Deutschland ist bereits seit einigen Jahren in verschiedenen Branchen sehr deutlich zu spüren. Längst können Unternehmen beim Besetzen vakanter Stellen nicht mehr aus dem Vollen schöpfen. Um sich dennoch die besten Talente zu sichern und diese dauerhaft zu binden, gewähren zunehmend mehr Arbeitgeber ihren Beschäftigten neben dem Gehalt gewisse Vorteile. Bei einem Jobwechsel sollten Sie deshalb nicht nur den möglichen Verdienst im Auge behalten, sondern auch auf die angebotenen Zusatzleistungen achten. Dabei gilt es abzuwägen, welche Ihnen wirklich etwas nützen und welche zwar auf den ersten Blick verlockend wirken, sich aber letztendlich nicht für Sie auszahlen.

Flexible Arbeitszeiten und Home-Office-Regelungen

Sie haben Kinder, betreuen neben Ihrem Job pflegebedürftige Familienangehörige oder möchten morgens einfach nur etwas länger schlafen? Viele Unternehmen locken mit flexiblen Arbeitszeiten, mit denen Sie Ihren Tag optimal an Ihre individuellen Bedürfnisse anpassen können. Hierfür gibt es verschiedene Modelle wie Gleitzeit, Teilzeit, Wahlarbeitszeit, Vertrauensarbeit oder Jahresarbeitszeit. Allerdings besteht bei einigen Varianten die Gefahr, dass Sie mehr arbeiten, als Sie eigentlich sollten. Auch Home-Office-Regelungen haben nicht nur Vorteile. Sie müssen mit weniger sozialen Kontakten zurechtkommen, sind möglicherweise von Haushaltspflichten abgelenkt bzw. leiden vielleicht unter der ständigen Vermischung von Beruf und Privatleben.

Firmenwagen, Fahrrad oder Fahrtkostenzuschüsse

Zu den bekanntesten und beliebtesten Benefits zählt der auch privat nutzbare Firmenwagen. Allerdings müssen Sie bei diesem den privaten Nutzungsanteil versteuern. Meist geschieht das über die "Ein-Prozent-Regelung", die besagt, dass Sie monatlich die auf ein Prozent des inländischen Listenpreises anfallende Steuer abzuführen haben. Hinzu kämen die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, die nochmal mit 0,03 Prozent des Bruttolistenpreises pro Entfernungskilometer eingerechnet werden. Bei einem Listenpreis von 50.000 Euro und einer Entfernung von 10 Kilometern würde sich Ihr zu versteuerndes Brutto somit um 650 Euro erhöhen. Dadurch steigen auch Ihre Sozialabgaben, wodurch sich der scheinbare Vorteil am Ende durch ein deutliches Minus im Nettogehalt nachteilig auswirken kann. Abhilfe kann das Führen eines Fahrtenbuches schaffen, das die tatsächlichen Kosten abbildet. Dennoch gilt es, genau nachzurechnen, ob der von einem Arbeitgeber bereitgestellte Dienstwagen das höhere Gehalt eines anderen aufwiegt.

Eine gesunde Alternative zum Dienstwagen wäre ein Firmenfahrrad. Dieses dürfen Sie zu 100 Prozent privat nutzen. Bei einem Fahrrad im Wert von 1.000 fallen lediglich 10 Euro Steuern an.

Sie fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit? Dann wäre statt eines Firmenwagens oder eines Fahrrads eine Bahncard oder eine Jahreskarte für Bus und Straßenbahn eine nützliche Zusatzleistung für Sie.

Betriebliche Altersvorsorge

Einer der am meisten verbreiteten Benefits ist die betriebliche Altersvorsorge. Da es sich hierbei um eine Bruttoentgeltumwandlung handelt, bietet sie Ihnen die Möglichkeit, Steuern zu sparen und sich gleichzeitig besser für das Alter abzusichern. Weil sich der Arbeitgeber um Verträge und Beitragszahlungen kümmert, haben Sie keinen Mehraufwand. Häufig sind die Angebote der Unternehmen günstiger als auf dem freien Markt, da Firmen Gruppentarife und andere Sonderkonditionen mit den Versicherungsunternehmen aushandeln können. Doch auch dieser Mitarbeitervorteil ist nicht frei von Nachteilen. So fallen in der Auszahlungsphase Steuern sowie für gesetzlich Versicherte auch Sozialabgaben an. Zudem zahlen Sie für den Teil des Gehalts, der umgewandelt wird, weniger in die Rentenversicherung ein, was letztendlich Ihre gesetzliche Rente schmälert. Bei einem späteren Jobwechsel können Sie das Ersparte zwar mitnehmen. Sie haben jedoch keinen Anspruch darauf, dass der neue Chef Ihren alten Vertrag übernimmt. Außerdem kommen Sie erst im Rentenalter an Ihr Geld und können es nicht vorher entnehmen, um beispielsweise einen finanziellen Engpass zu überbrücken oder eine Immobilie zu finanzieren.

Spezielle Bildungsangebote

Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es natürlich in fast jedem Unternehmen. Wenn Ihnen jedoch Ihr zukünftiger Arbeitnehmer Coachings oder Fortbildungskurse an einer Fernuniversität finanziert, kann Ihnen daraus ein besonders großer Vorteil erwachsen. Bestenfalls können Sie durch eine entsprechende Weiterbildung die Zugangsberechtigung zu einem Fach- oder Hochschulstudium erwerben und anschließend berufsbegleitend studieren. Bedenken Sie aber, dass eine nebenberufliche Fortbildung eine deutliche Mehrbelastung bedeutet, unter der oftmals das Familienleben und liebgewonnene Freizeitaktivitäten leiden.

Gesundheitsleistungen

Viele Firmen haben mittlerweile erkannt, dass sie durch Benefits in Form von Gesundheitsleistungen nicht nur ihren Arbeitnehmern, sondern auch sich selbst etwas Gutes tun. Die Möglichkeiten reichen vom betriebseigenen Fitnessstudio über Mitgliedschaften im Fitnesscenter, Gesundheitstage und Sportprogramme bis hin zu Yogakursen und Rückenschule. Bis zu 500 Euro pro Jahr kann Ihr künftiger Arbeitgeber in Ihre Gesundheit investieren, ohne dass Ihnen dafür steuerliche Nachteile entstehen. Ein echter Mehrwert ist auch eine betriebliche Krankenversicherung, die Lücken des gesetzlichen Versicherungsschutzes schließt. Häufigste Leistungsbestandteile sind hierbei Zahnprophylaxe und Zahnersatz, die sogenannte Chefarztbehandlung, Sehhilfen und Vorsorgeuntersuchungen, die von der gesetzlichen Krankenkasse nicht oder nicht in vollem Umfang übernommen werden.

Kinderbetreuung

Erst die Kinder in den Kindergarten oder zur Tagesmutter bringen und dann zur Arbeit, auf dem Rückweg dasselbe in umgekehrter Reihenfolge – das kann auf Dauer ganz schön stressig werden. Inzwischen gibt es aber immer mehr Unternehmen, die eine Kinderbetreuung direkt unter ihrem Dach oder in unmittelbarer Nähe anbieten. Bislang noch nicht so häufig anzutreffen sind Mitarbeiterbenefits in Form spezieller Eltern-Kind-Büros, allerdings könnte sich hier bald eine Trendwende abzeichnen. Sie haben keine Kinder, dafür aber einen Hund, den Sie nur ungern tagsüber allein lassen? In vielen Stellenanzeigen findet sich mittlerweile der Passus "Hund geduldet".

Mittagessenszuschuss

Eine interessante Alternative zum höheren Gehalt sind freies oder bezuschusstes Kantinenessen oder Restaurantschecks. Letztere sind bis zu einem Wert von 3,10 Euro pro Arbeitstag steuerfrei. Der amtliche Sachbezugswert von derzeit (2019) 3,30 Euro muss versteuert werden, entweder pauschal vom Arbeitgeber mit 25% oder getragen vom Nettolohn des Arbeitnehmers. Anderenfalls würde es sich um einen steuerpflichtigen geldwerten Vorteil handeln.

Steuerfreier Sachbezug

Neben den oben genannten Benefits haben Unternehmen die Möglichkeit, Ihren Mitarbeitern Sachlohn bis zu einer Freigrenze von 44 € pro Monat in Form von Sachleistung zu gewähren und das vollkommen steuer- und sozialabgabenfrei. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie die ‚Sache‘ vom Arbeitgeber selbst oder von einem Dritten auf Kosten des Arbeitgebers erhalten. Bekannt ist diese Form des Mitarbeitervorteils vor allem durch den Tankgutschein.

 

Eine bessere und flexiblere Alternative zum Tankgutschein sind sogenannte steuerfreie Gutscheinkarten, die sowohl zum Tanken, als auch zum Shoppen, Onlineshoppen, Einkaufen oder Essen gehen genutzt werden können. Die Ticket Plus® Classic Karte von Edenred kann z.B. bei über 20.000 Akzeptanzpartnern in Deutschland eingesetzt werden, ganz individuell nach den Wünschen und Bedürfnissen der Arbeitnehmer. Zögern Sie nicht, ihre potentiellen Arbeitgeber auf diese Möglichkeit aufmerksam zu machen, denn durch die Sachbezugsregelung profitieren nicht nur Sie als Angestellter. Das Unternehmen selbst spart Steuern und Sozialabgaben, die attraktive Zusatzleistung für Mitarbeiter trägt außerdem zu einer stärkeren Mitarbeiterbindung und höherer Motivation bei – eine Win-Win-Situation für alle beteiligten.

Mitarbeiterbenefits – Vorteil oder Nachteil?

In vielen Fällen können sich Mitarbeiterbenefits für Sie mehr auszahlen als ein höheres Gehalt. Allerdings kann auch das Gegenteil der Fall sein, wenn etwa zusätzliche Steuern anfallen, die den Vorteil zunichtemachen. Deshalb gilt es, im Fall eines Jobwechsels genau hinzuschauen, ob sich durch den vermeintlichen Pluspunkt nicht irgendwelche Nachteile für Sie ergeben. Grundsätzlich empfiehlt es sich, potenzielle neue Arbeitgeber auf Benefits anzusprechen und nach den exakten Konditionen zu fragen. Vergessen Sie jedoch nicht, dass die Zusatzleistungen jederzeit kündbar sind. Das kommt jedoch äußerst selten vor und liegt in aller Regel daran, dass das Unternehmen in einer Krise steckt und keine andere Wahl hat.

 

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