Plötzlich Chef/in – so machen Sie eine gute Figur

Chef oder Chefin zu sein, ist grundsätzlich nicht leicht. Am schwierigsten sind jedoch die ersten Wochen und Monate. Ob Sie ein Start-up gründen, im Familienunternehmen an die erste Stelle rücken oder bei einem Arbeitgeber als Führungskraft einsteigen – die neue Rolle ist nicht einfach und Stolpersteine lauern überall. Wir verraten Ihnen, wie Sie von Anfang an eine gute Figur machen und schwierige Situationen gekonnt meistern.

Wie bereite ich mich am besten auf die neue Position vor?

In Ihrer neuen Tätigkeit als Chef werden Sie sich mit einigen nicht vertrauten Sachverhalten auseinandersetzen und oftmals rasch handeln und entscheiden müssen. Damit es Sie nicht eiskalt erwischt, ist es ratsam, entsprechende Führungssituationen schon vorab im Geiste durchzuspielen und sich geeignete Vorgehensweisen zu überlegen. Beschäftigen Sie sich mit möglichen Erwartungen Ihrer Mitarbeiter und wägen Sie ab, wie Sie mit diesen umgehen wollen.

Planen Sie insbesondere Ihren ersten Arbeitstag als Führungskraft sorgfältig und erstellen Sie einen Routenplan für die ersten ein bis zwei Monate. Überlegen Sie, wie Sie die Rollen in Ihrem Team verteilen und wie viel Mitspracherecht Sie Ihren Mitarbeitern zugestehen. Nutzen Sie Weiterbildungsmaßnahmen, um gezielt zu lernen, wie Sie sich als Chef etablieren können und worauf es in Sachen Führungsverantwortung ankommt.

Als Arbeitgeber sollten Sie außerdem genauestens über die Rechte und Pflichten Ihrer Mitarbeiter sowie über Ihre eigenen Bescheid wissen. Nur wenn Sie über diese Kenntnisse verfügen, können Sie in problematischen Situationen optimal reagieren.

Wie führe und motiviere ich Mitarbeiter?

Die Bezeichnung 'Führungskraft' kommt nicht von ungefähr. Als Chef/in müssen Sie in der Lage sein, Ihre Mitarbeiter zu führen und für eine klare Aufgabenteilung zu sorgen, um letztendlich die gesteckten Ziele zu erreichen. Hierzu benötigen Sie neben den entsprechenden Fachkenntnissen auch ein großes Maß an Fingerspitzengefühl.


Mitarbeitermotivation ist ein wesentlicher Faktor für den Erfolg Ihres Unternehmens, doch wie können Sie Ihr Team/Ihre Angestellten überhaupt wirksam zu guter Arbeit anspornen? Natürlich können Sie versuchen, Ihre Mitarbeiter durch mehr Geld und Beförderungen bei Laune halten. Das funktioniert aber in den meisten Fällen nur kurzfristig und setzt einen Teufelskreis in Gang, bei dem nicht mehr die gute Arbeit, sondern die Belohnung im Vordergrund steht.

Deutlich erfolgreicher ist der dritte Weg der Mitarbeitermotivation, nämlich Ihre Mitarbeiter immer wieder zu ermutigen, sie zu loben und ihre Leistungen aufrichtig anzuerkennen.

Indem Sie versuchen, das Beste aus Ihren Mitarbeitern herauszuholen, ohne sie unter Druck zu setzen oder in ihrer Schaffenskraft einzuengen, erreichen Sie viel mehr, als wenn Sie Arbeitsanweisungen im Kommandoton in den Raum werfen und jeden Arbeitsschritt akribisch kontrollieren.

Wie setze ich meine Ideen bei meinen Mitarbeitern durch?

In Bezug auf den Unternehmenserfolg sitzen Sie mit Ihren Mitarbeitern sprichwörtlich in einem Boot. Wenn Sie vorankommen wollen, müssen alle in dieselbe Richtung rudern. Das funktioniert jedoch nur mit einem klaren Ziel vor den Augen, das für jeden nachvollziehbar und vor allem auch realistisch ist.

Wenn Sie wollen, dass Ihre Angestellten in Ihrem Sinne agieren, müssen Sie Ihre Ideen und Ziele klar kommunizieren. Als Chef sind Sie der Botschafter Ihrer Unternehmensvision und Ihrer Werte und müssen diese immer wieder ins Bewusstsein Ihrer Mitarbeiter rufen. Machen Sie Ihre Leute mit der Gesamtsituation vertraut, sodass sie ihren eigenen Beitrag zur Unternehmensentwicklung besser einschätzen und den Sinn der von Ihnen gesteckten Ziele verstehen können.

Wichtig ist es, Ihre Mitarbeiter bei der Zieldefinition nicht zu überfordern, da sich Motivation sonst schnell in Frust verwandeln kann. Von ebenso großer Bedeutung ist es, niemanden zu unterfordern, da keiner auf Dauer glücklich ist, wenn er nur gelangweilt die Zeit totschlägt.

Wie gelingt es mir, im Unternehmen eine offene Atmosphäre zu schaffen?

Ein gutes Arbeitsklima ist die Voraussetzung für die Motivation und Leistungsbereitschaft Ihrer Mitarbeiter und damit ein nicht zu unterschätzender Einflussfaktor für den Unternehmenserfolg. Ihre Aufgabe als Chef ist es, ein solches Klima zu fördern und eine vertrauensvolle, offene Atmosphäre zu schaffen.

Sie sollten nicht nur jeden Ihrer Mitarbeiter beim Namen kennen, sondern auch regelmäßige Kontakte pflegen, um sich deren Vorschläge, Meinungen und Feedback zur Optimierung des Arbeitsklimas anzuhören. Zeigen Sie, dass Ihnen die Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter wichtig sind. So fühlen diese sich wertgeschätzt und ernstgenommen.

Gemeinsame Freizeitunternehmungen können helfen, das Zusammengehörigkeitsgefühl im Unternehmen zu stärken. Eine solche Veranstaltung bietet Ihren Mitarbeitern die Gelegenheit, die Kollegen aus einer neuen Perspektive kennenzulernen und gibt auch Ihnen die Chance, sich von einer völlig anderen Seite zu zeigen, als es Ihre Mitarbeiter gewöhnt sind. Das stärkt das Vertrauen, festigt das Team und sorgt für ein angenehmes und motivierendes Arbeitsklima.

Welche Fehler kann ich vermeiden?

Fehler sind menschlich und lassen sich nicht immer vermeiden. Das gilt auch für Ihr Handeln als Chef/in. Allerdings sollten sich die Patzer nicht summieren, damit Ihre Mitarbeiter nicht das Vertrauen in Sie verlieren und ihr Glück lieber bei der Konkurrenz versuchen.

Einer der größten Fehler frisch gebackener Chefs und Chefinnen ist es, Entscheidungen zu lange hinauszuzögern, weil sie aufgrund fehlender Informationen die Sachlage noch nicht ganz überblicken können. Drücken Sie sich aus Angst oder Kalkül vor einem Entschluss und gehen Sie vielleicht sogar Ihren Mitarbeitern aus dem Weg, um sich unangenehme Fragen zu ersparen, frustrieren und demotivieren Sie diese, und zwar vor allem jene, die sich am meisten für Ihr Unternehmen engagieren. Besser ist es, Probleme zügig und entschlossen anzugehen, auch wenn die Lösungen manchmal etwas unpopulär sind.

Nur weil Sie der Chef oder die Chefin sind, heißt das noch lange nicht, dass Sie sich Ihren Mitarbeitern gegenüber Dinge herausnehmen können, die Sie diesen nicht zugestehen würden, etwa zu spät zu einer Besprechung zu erscheinen oder während einer Präsentation Ihre E-Mails zu checken. Leben Sie vor, was Sie von anderen verlangen, und behandeln Sie Ihre Mitarbeiter so, wie Sie behandelt werden möchten. Dazu gehört es auch, selbst in stressigsten Situationen Contenance zu bewahren und sich jederzeit gerecht, fair und höflich zu verhalten. 

Begehen Sie nicht den Fehler, Ihre Mitarbeiter klein zu halten, ob aus Angst um den eigenen Status oder aus Eitelkeit. Verbuchen Sie gemeinsame Erfolge nur für sich allein, kann das für Ihre Leute sehr frustrierend sein. Das führt dazu, dass diese beim nächsten Mal vielleicht weniger Einsatzbereitschaft zeigen, des Öfteren die Füße hochlegen und keine freiwilligen Überstunden mehr leisten.

Als Chef brauchen Sie einen gewissen Mut zum Unbeliebtsein. Versuchen Sie nicht, 'Everybodys Darling' zu sein und akzeptieren Sie, dass sie es nicht immer allen recht machen können. Wenn Sie mit Ihren Mitarbeitern klar, respektvoll und offen sprechen, ihnen zuhören und sich Zeit für Ihre Themen und Argumente nehmen, schaffen Sie eine angenehme und vertrauensvolle Kommunikationsbasis, egal ob Sie mit Ihren Mitarbeitern einer Meinung sind oder nicht. 

 

 

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